Sterben. Werden. Gebären.

Hörst Du das Flüstern, was zwischen Atemzug und Herzschlag erklingt? Alt wie die Erde selbst. Der Herzschlag der Großen Mutter und die Trommel verbinden sich zu einem Puls, der uns und alles um uns herum mit sich trägt. Licht und Schatten. Sterne und Staub. Das Sehnen und Erinnern der Ahnen an die uralte Kraft der Frauen. So treten wir ein in diesen Kreis, wo Mädchen, Frau, Alte Weise und Alchemistin ineinanderfließen. Wir spüren die Kräfte des Lebens in uns pulsieren. Geboren. Sterbend. Wiederkehrend.

Drei Nornen weben in der Stille die Fäden der Zeit. Ihre Hände streichen über das Gewebe des Lebens. Lösen, Knüpfen. Erneuern. Erinnerung. Jetzt. Zukunft. Wir tanzen mit ihnen, getragen vom Rhythmus, der alles durchdringt, der in uns wirkt.

Es ist der Storm uralter Kraft, der in uns steigt. Unsere Bewegungen werden zum Ritual. Unsere Atemzüge werden zu Dialogen mit dem unsichtbaren Netz, das uns/alles hält. Immer wieder lassen wir los, was uns bindet und öffnen uns dem, was geboren werden will. Nicht nur in unseren Körpern, auch in unseren Herzen und Seelen. Feuer, Erde. Wasser. Luft. Wir sind zugleich Lebende. Gebärende, Hüterinnen und Schöpferinnen.

Im Zyklus der Sonne und des Mondes bewegen wir uns und spüren das Erwachen des Frühlings, die Fülle und Hitze des Sommers, die Geschenke der Ernte des Herbstes, die stille Tiefe, Süße und Dunkelheit des Winters. Diese Zeiten markieren die Übergänge, verweben sich mit den Zyklen der Natur und unseren eigenen ewigen Rhythmen von Werden. Sterben. Gebären.

So sind wir alle Spiegel und Fluss, Funke und Zyklus – Mädchen, Frau – Alchemistin und Alte Weise – getragen von der unendlichen Mutterkraft, die all das nährt. Begleitet vom Weben der Nornen, vom Gesang der Trommel, vom uralten Herzschlag, der durch all das erklingt. Aus Sterben wird Werden, aus Werden wird Gebären und aus Gebären wird das unendliche Weben des Lebens, seit Jahrtausenden.

Wir Frauen stehen in der Mitte, dieses ewigen Stroms aus Magie, Erinnerung und Klang. Durchzogen von allem, was war, was ist und was je sein wird.

In dieser uralten, weisen, weiblichen Energie, in diesem tiefen Atem, mit diesem Herzschlag, im Rhythmus der Jahreszeiten, sind wir eins mit der Urkraft der Weiblichkeit. Im Kreis der Frauen. Im Gewebe des Lebens, der Nornen. Immer und immer wieder. Immer tiefer, immer mehr.

Hörst Du das Flüstern?

Spürst Du den Herzschlag?

Den Gesang der Trommel?