Der Osten

Mädchen · Feuer · Licht · Werden

Der Morgen erinnert mich an den Osten.

An den Augenblick, in dem das erste Licht sanft über den Horizont steigt und die Welt wieder sichtbarer wird. Noch ist nichts entschieden und alles ist möglich.

Das Mädchen begegnet allem mit Staunen, es fragt, entdeckt und lässt sich einfach berühren. Wie ein Kuss eines Schmetterlings. Es kennt die Welt und dessen Spielregeln noch nicht und darin liegt die Kraft.

Mit den Jahren verlieren wir oft diese Fähigkeit, sie gerät manchmal unter all das, was das Leben von uns verlangt. So lädt der Osten uns ein, dieser Kraft wieder zu begegnen, diesem Teil in uns, der den ersten Schritt wagt, träumt, lacht und dem Leben mit offenen Augen und Armen begegnet.

Wir nehmen uns Zeit für das, was gerade erst beginnt, für Gedanken, die noch keine feste Form haben. Für dieses sanfte, leise pochen in uns, das sich Sehnsucht nennt. Für das lebendige, bunte Feuer, das uns wieder wärmt.  

Wir erinnern uns, dass jedes Werden lange bevor wir ihm einen Namen geben können, beginnt.

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