Durch alle Zeiten flüstert das eine.
Jede Form entspringt dem Ursprünglichen, dem Stillen, dem Unsichtbaren, der Quelle allen Seins. Aus jener entsprangen die drei Strömungen, drei Flammen, drei Gesichter – das Mädchen, was die Sterne im Haar noch trägt, die Frau, die den Rhythmus des Lebens gebärt, die Alte Weise, in deren Augen die Erinnerung des Kosmos lebt.
Eins.
Doch zeitgleich drei.
Kreise im Kreis.
Puls im Puls.
Klang im Klang.
Das Mädchen, was den Anfang mit Neugier in sich trägt.
Die Frau, die die Bewegung und den Wachstum tief in sich gebiert.
Die Alte Weise, die im Schweigen, die Erinnerung und die Weisheit am Kessel rührt.
Tief verwoben mit den Jahreszeiten, Frühling, Sommer und Winter, webt sich der Herbst noch tief mit ein und mit dieser Zeit, eine vierte Kraft. Die Alchemistin. Sie ist die Brücke zwischen der Frau und der Alten Weisen. Oft vergessen, oft in Märchen missverstanden.
Sie wandelt das Licht in Schatten. Sie transformiert das Werden in Weisheit, das Sichtbare in das Unsichtbare. Sie ist die Trägerin des Sternenmantels.
In ihr pulsiert die verbotene Magie, diese Kraft, die einst verpönt, verraten, gejagt und oft bis zum Tode verfolgt wurde – dieses Stille, Mächtige, Uralte und ungezähmte. Das, was die Alten „Hexenkraft“ nannten. Sie, die so tief mit der Alten Weisen verbunden ist. Sie deren Kraft durchdrungen von Weisheit ist. Einst geboren aus der Urkraft, aus der Erfahrung, aus der Stille und aus Feuer.
Diese Dreifaltigkeit, die einst eine Vierfaltigkeit gewesen sein muss, wurde jedoch verdreht, entstellt, verformt, in Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Was einst zyklisch, urweiblich, lebendig und zutiefst frei gewesen sein muss, wurde verkündet als männliche, lineare, festgeschriebene Kraft und Macht.
Doch mit der Kraft der Alchemistin in uns, dieser verbotenen Kraft, der Erinnerung daran, überdauert dies alles. Denn es pulsiert tief in einer jeden von uns. Wir weben das Ursprüngliche wieder in die Welt. Verbinden die sichtbare Dreifaltigkeit mit der Magie der Alchemistin und tauchen damit in die uralte Macht der Alten Weisen hinein.
Erinnere Dich, diese Dreifaltigkeit ist der mächtige Herzschlag der Welt und die Alchemistin ihr pulsierende Strom, der in einer jeden von uns wirkt.
Leben. Werden. Vergehen.
Jede unserer Handlungen, jede Geburt und jeder Atemzug ist durch sie durchdrungen. Auch wenn sie unergründlich bleibt. Das ewig Webende, die kraftvolle Magie, das, was gefürchtet wird, weil es zu groß, zu tief, zu wahr ist.
So wird au Ursprung, Bewegung, aus Bewegung, Weisheit und aus ihr die Wandlung.
Alles kehrt immer wieder zurück, alles erneuert sich, ewiglich. Alles schwingt im Kreislauf der Kräfte. Drei sichtbar. Eine vierte wirksamer. In uralter Macht.
So sei sie Geburt. Leben und Tod.
Aus Sternen, Erde, Herz und Feuer geboren.
Alles, was war. Alles, was ist. Alles, was werden wird.
In dieser verbotenen, pulsierenden Kraft der Hexen. Die in der Macht der Alten Weisen fließen und somit in uns, in jedem Zyklus und mit jedem Atemzug.
Horch. Lausche. Atme. Werde.
Alexandra

